182 Tage on tour und die Reise geht weiter: 184 Tage
Ramadan in Dubai 
Um 4Uhr deutscher Zeit hatte ich am 30.09. den tollen Landeanflug auf das Lichtermeer Dubai bereits hinter mir und wurde frueh morgens von 27Grad empfangen, die sich innerhalb kurzer Zeit auf lockere 40Grad hoben.
Wer um alles in der Welt kann die Menschen bei solchen Temperaturen zum Ramadan noetigen frage ich mich da!? Das ganze wird so strikt gehandelt (kein Essen und trinken von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang), dass man nichtmal als Tourist tagsueber auf der Strasse Wasser trinken darf, sondern sich im Ernstfall (d.h. kurz vorm Kreislaufkollaps) in irgendeine dunkle Ecke zurueckziehen muss...

Nun ja, frisch in meiner Luxusunterkunft, der Jugendherberge angekommen, wollte ich eigentlich sofort zum Strand duesen und mich dort schlafen legen, aber so einfach ist das halt alles nicht und ich haette es wohl kaum bis zur Bushaltestelle geschafft, sooo muede war ich nach meinem Nachtflug. So hab' ich mich erst mittags aufgerafft, mir im Supermarkt (wo es wirklich alles, alles zu kaufen gibt, was man sich vorstellen kann - sogar Waermeflaschen und das bei diesen Temperaturen!) einen guten Vorrat Futter zugelegt (da ja keine Restaurants geoeffnet sind) und dann auf den richtigen Bus gewartet, der allerdings auch nach ueber einer Stunde Warten noch nicht kam... oh man! Irgendwann bin ich dann einfach in irgendeinen Bus eingestiegen und dachte: der Weg ist das Ziel und tatsaechlich, nach ueber zwei Stunden und mit Umsteigen kam ich irgendwann nachmittags um 5Uhr am Strand an und stand vor verschlossenen Toren, da er aufgrund des Ramadan (so eine bloede Erfindung!) nur von 7 bis 12Uhr geoeffnet ist - herzlichen Glueckwunsch!
Na, dann hab ich halt die lange Rueckfahrt wieder auf mich genommen und bis spaet abends die Stadt unsicher gemacht - wunderbar!
Ab 5Uhr werden die ganzen Essensstaende auf den Strassen aufgebaut, lange Bahnen Stoff ausgelegt, Wasserflaschen darauf aufgestellt und die Leute decken sich alle in Windeseile mit Lebensmitteln ein. Um 6Uhr geht die 'Party' dann, mit grossem Geschrei der Muezzine ueber der ganzen Stadt, los - unglaublich! Die Menschen schlingen sich das Essen rein als seien sie auf der Flucht, aber eben genau so verlangt es der Ramadan. Ich sass waehrenddessen am Creek (ein Arm des Persischen Golfs, der die Stadt in zwei Teile teilt, das neue und das alte Dubai) im Sonnenuntergang und habe das Treiben auf mich wirken lassen.

Von dem ganzen Pomp kann man sich recht gut fernhalten und ich hatte eher den Eindruck eines armen Dubais, da es viele, viele aermere Viertel gibt und man staendig nur von Indern und Pakistani umgeben ist, die zum Arbeiten nach Dubai kommen. Man sagt sie machen 80% der Bevoelkerung aus!

Ja und um 21Uhr dachte ich mir, trotz Dunkelheit, spare ich mir das Taxi und komme schon irgendwie mit dem Bus ins Hostal zurueck. Das war wirklich klasse, denn an allen Bussen standen riiiiieeeesenlange Maenner-Schlangen dieser Arbeiter, die um die Uhrzeit in ihre Vororte heimfahren. Sooovieele, dass sie jeweils vielleicht drei Busse gebraucht haetten. Ich dazwischen das einzige Maedel und der einzige Touri und jeder kam auf mich zu um mir zu sagen, dass Frauen sich nicht in die Schlange stellen muessen und so durfte ich immer als erste einsteigen. Und wenn in den ersten drei Reihen, die im Bus grundsaetzlich fuer Frauen reserviert sind, Maenner sitzen, man als Frau in den Bus steigt und einen Platz braucht, dann muessen die Kerle aussteigen, da kein Mann neben den Frauen sitzen darf!
Was soll ich sagen!? Solch ein Bevorzugung macht mir schon extrem viel Spass :-)

I.d. Jugendherberge genoss ich mit den Maedels aus meinem Fuenfbettzimmer das Fruehstueck, dass waehrend des Ramadan um 1:30Uhr nachts beginnt - nun ja, ich gebe zu, gewoehnungsbeduerftig...
Ansonsten ist dieser Ort ein toller Platz um mit Reisenden die in alle Richtungen dieser Welt unterwegs sind, bzw. aus allen Richtungen dieser Welt heimkehren, Erfahrungen auszutauschen. Und so gab' es fuer mich bereits einige wertvolle Afrika Tipps :-)

Einen weiteren Dubai-Tag habe ich einem Ausflug in die Wueste gewidmet, die mir wesentlich pflanzenreicher entgegen kam, als ich es erwartet haette.
Und last but not least habe ich natuerlich noch einige Stunden unter einer schattigen Palme am weissen Strand und tuerkisen, lauwarmen Meer verbracht, bevor es dann hiess:
Weiter nach Afrika!

Und hier bin ich nun bereits seit einer Woche, erschlagen vom unglaublich unvorstellbaren Chaos der Stadt Kampala und natuerlich extrem im Reisestress und von miserabelsten Internetverbidnungen geplagt, so dass der erste Bericht aus Afrika noch etwas auf sich warten laesst.

Aber ich bin sooo gluecklich hier zu sein und es geht mir richtig gut :-)






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Die letzten Tage in Deutschland 
Der Countdown laeuft: in vier Tagen geht's los!

Der Rucksack ist, mit wenigen Sachen die man so zum Leben braucht, fast fertig gepackt, die Wohnung leergeraeumt, das Auto abgemeldet, der letzte Arbeitstag hinter mich gebracht und 6Monate Welt liegen vor mir!

Ich bin so uebergluecklich, bald geht es los :-)
Diesmal auf meiner ersten Etappe unter dem Motto 'Ecuador goes Africa'. Fuer die meisten die mich kennen fast unvorstellbar, aber wahr: ich kehre Suedamerika, insbesondere meinem geliebten Ecuador, einfach mal den Ruecken und gehe nach Afrika oder genauer gesagt Ostafrika. Unbedingt zieht es mich nach Uganda (insofern es die Fluten dort zulassen...) in die Gefilde der Berggorillas, zu den Quellen des Nil und an den riesigen Victoriasee. Und mindestens genauso sehr zieht es mich weiter in die Serengeti nach Tansania, zum Kilimanjaro und last but not least natuerlich nach Zanzibar (das hoert sich doch soooo wunderschoen an, dass man einfach hingehen muss!).

Gegen Ende November wird sich mein Reisemotto wandeln in 'Africa goes Asia', denn dann liegen vier Monate Suedostasien vor mir.

Ich darf also ein halbes Jahr meinen Traum leben, Deutschland hinter mir und mich auf den Boden der Tatsachen zurueckholen lassen, d.h. endlich wieder lernen sich gelegentlich ueber fliessend Wasser oder sogar eine warme Dusche freuen zu koennen. Und das heisst auch, Menschen zu sehen die so arm, aber dennoch so froehlich sind, mich vielleicht unterwegs nochmal eine zeitlang einem Sozialprojekt widmen, in fremde Kulturen eintauchen und in ihnen mitleben. Unendlich beeindruckenden Landschaften waehrend vieler, vieler Busstunden ueber Land und vieler, vieler geplanter Bootstunden sehe ich gespannt entgegen.

Ich lade alle ein, mich hier auf der Reise zu begleiten und freue mich ueber jeden, der in Gedanken dabei ist.


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