182 Tage on tour und die Reise geht weiter: 184 Tage
Serengeti auf Spanisch 
Wie es der Zufall wollte begegnete ich im Hostel in Mwanza einem Spanischen Paerchen, die ich ebenfalls bereits in Uganda (auf einer Insel im Lake Bunyoni) kennengelernt hatte. Die beiden waren bereits eifrig damit beschaeftig eine dreitaegige Safari in die Serengeti und den Ngorongoro Krater zu organisieren und suchten noch Leute zum Mitreisen um diese ohnehin suendhaft teure Tour etwas guenstiger gestalten zu koennen. Hervorragend! Denn das Abklappern und Sondieren von Touranbietern gehoert eindeutig zu den Dingen mit denen ich mich auf Reisen weniger gerne beschaeftige. So musste ich einfach nur 'Ja' sagen und konnte mich dann entspannt zuruecklehnen bis es drei Tage spaeter auf eine perfekt durchorganisierte Safari ging :-)

Zu viert (die beiden Spanier, eine Englaenderin und ich) und mit einem spanischsprachigen Guide :-) hatten wir drei atemberaubende Tage. Und ganz nebenbei war endlich mal wieder Spanisch gefordert - sehr gut, dachte schon ich wuerde es auf meiner Afrika/Asien Tour womoeglich verlieren, aber so gab es die komplette Serengeti auf Spanisch und es war wunderbar! (Ich glaube hier verweise ich einfach auf die Bildergalerie Serengeti/Ngorongoro, die die Eindruecke am besten wiedergibt.) Zum Greifen nah waren wir den Tieren drei Tage und haben uns nachts im offenen Zeltcamp schonmal gefragt was passiert wenn der naechste Elefant einfach mal uebers Zelt stampft...
Unser zweites Nachtlager schlugen wir oberhalb des Ngorongoro Kraters auf. Eine wunderschoene location! Die wilden Zebras grasten im Sonnenuntergang zwischen den Zelten als wuerden sie dazugehoeren und die Elefanten kamen nur kurz vorbei um einen kraeftigen Schluck aus unserem Wassertank zu nehmen...
Weniger erfreut waren die Spanier dann nachts ueber den Besuch des Warzenschweins in ihrem Zelt. Das Schwein hat natuerlich nicht den Reissverschluss des Zelteingangs geoeffnet sondern hat sich seinen eigenen Eingang in das gute Zelt gerissen und stand den beiden dann mit seinen Hauern gegenueber! Irgendwie ist es aber gottseidank noch gutgegangen... Und ich sage nur: Lasst niemals in solch einer Gegend eure Bananen nachts im Zelt liegen - die Viehcher riechen naemlich einfach alles!

Nach einem weiteren beeindruckenden Tag im Krater wurden wir dann wieder ins wirklich Afrika entlassen und schon ging die Pruegelei mit den Buskassierern weiter, die mich samt Gepaeck aus dem Bus schmeissen wollen als ich sage, dass ich nicht bereit bin den 'Mzungo-Preis' zu zahlen, der mal wieder doppelt so hoch ist wie der Preis den die Einheimischen zahlen. Und der Kassierer besitzt doch tatsaechlich die Frechheit mir weismachen zu wollen, dass hier jeder den gleichen Preis zahlt - Mistkerl! Unser lautstarker Streit scheint eine Belustigung fuer den ganzen Bus zu sein - die Einheimischen lachen sich kaputt - sehr witzig! Aber ich habe vom letzten mal gelernt, bleibe bitterboese hartnaeckig und gewinne schliesslich. Spass macht mir das keinen.

Als wir eine Stunde spaeter mit einer Reifenpanne am Strassenrand liegenbleiben faellt mir erst auf, dass der ganze Bus mit 'FIFA 2006 GERMANY' bedruckt ist und so mache ich es mir nach diesen Streitgeschichten (die sich auf der Weiterreise mind. jeden zweiten Tag ereignen) zur Angewohnheit den Einheimischen zu erzaehlen wie freundlich wir waehrend der FIFA zu den Gaesten aus aller Welt in Deutschland gewesen sind (niemand musste bei uns den doppelten Preis zahlen!) und wie enttaeuscht ich bin, dass man mich in ihrem Land staendig beluegt und betruegt!
Und so wird es zur Regel, dass ich nach jeder boesen Auseinandersetzung als naechstes jemandem begegne, der sich ueber alles fuer seine Landsleute entschuldigt, sich ruehrend um mich kuemmert (teilweise will man mir sogar die Busfahrt als Wiedergutmachung zahlen, versorgt mich mit Essen und und und...!) und mich fast wehmuetig werden laesst, dass ich beginne so boese ueber die Menschen hier zu sprechen. 'Afrika schuettelt mich ganzschoen durch' - faellt mir da wieder ein. Auf und Ab geht es jeden Tag und das ist anstrengend!

Dennoch geniesse ich auf meiner Weiterreise den atemberaubenden Blick auf den schneebedeckten Gipfel des Kilimanjaro und entschliesse mich ein paar Tage zum Wandern in den Bergen zu bleiben, bevor ich zur Kueste durchstarte um meine wenigen noch verbleibenden Afrikatage auf Zanzibar zu verbringen.


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