182 Tage on tour und die Reise geht weiter: 184 Tage
Ist heute nicht ein besonders schöner Tag!? 
meint das Mädchen, dass gerade an der Hausecke im Dorf leckerstes Essen brutzelt. Ein ganzer Tag ohne Sonne, nur bedeckter Himmel. Das ist doch herrlich strahlt sie.
Ich hätte mir für meinen letzten Tag an der Küste knackig sonniges Strandwetter gewünscht. Stattdessen prasselt gerade der nächste Regenschauer herab. Es ist der Beginn der Regenzeit. Zeit sich von der Küste zu verabschieden und Zeit die vergangenen Monate revue passieren zu lassen.

Über drei Monate bin ich nun auf Reisen. Monate in denen ich mich langsam von Nicaragua bis Kolumbien treiben lassen habe. Monate in denen viele Dinge wieder so selbstverständlich geworden sind: Das Gepäck wird auf dem Busdach verstaut, fährt man vormittags Rtg. Süden sitzt man immer rechts im Bus, am Nachmittag dann besser links, sonst schmilzt man wie Schokolade in der Sonne. Jeden Abend wird das Moskitonetz aufgehängt, Hose und T-shirt werden vor dem Anziehen auf lebendigen Inhalt inspiziert.


Nicaragua und immer wieder Gallo Pinto

Reis und Bohnen oder Bohnen und Reis - nein noch besser Reis gemischt mit Bohnen! Gallo Pinto, ohne das geht hier in Nicaragua nichts. Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Egal wo und wann ich frage ob es etwas ohne Fleisch zu essen gibt, bekomme ich, nach kurzer Überlegung voller Stolz und als könne man mir heute mal etwas ganz besonderes anbieten, zur Antwort: Si, claro: Gallo Pinto! Dazu ein Rührei, Patacones (frittierte Kochbananen) und wenn es mal ganz gut läuft ein kleines Stück Käse, der von hier bis weit nach Südamerika immer gleich ausschaut und gleich schmeckt.

Nachdem ich mich über Weihnachten im nicht sonderlich sehenswerten Managua erstmal ausgeschlafen habe, mache ich mich auf die lange Reise über Land und Wasser zu den in der Karibik gelegenen Corn Islands. In den vor mir liegenden Monaten möchte ich nicht fliegen, habe ich mir vorgenommen. So geht es viele Stunden im rumpeligen, übervollen Bus quer durchs Land. Ich liebe es! Die Landschaft ist sattgrün und wunderbar hügelig. Kühe, Esel, Mulis, Pferdekarren und Strassenhändler die je nach Gusto des Busfahrers oder seines Assistenten aufspringen dürfen und leckere Kleinigkeiten verkaufen.

Irgendwann endet die Straße und es bleibt nur der Flussweg um bis zum Hafenstädtchen Bluefields an die Küste zu gelangen. Auf dem riesig breiten, wundervoll dschungeligen Rio Escondido fühle ich mich wie auf einem Seitenarm des Amazonas.
Bluefields ist ein recht urspr�ngliches, nicht allzu turbulentes St�dtchen. Ich versuche mir das Treiben dort, das Fr�hst�ck auf einem Holzschemel vor einer kleinen Bude im schmuddeligen Gewirr der kleinen Gassen des Marktes am Hafen, die vielen kleinen Fischerboote, Cevice (roher Fisch in Zitronensaft), was am �Kiosk� um die Ecke verkauft wird, die an den F��en zusammengebundenen H�hner die im Schlamm gleich neben den gro�en K�rben voller Orangen stehen �.. alles gut einzupr�gen. Wie lange wird es noch so sein? Der Baubeginn des Nicaragua-Kanales ist bereits zu Ende des Jahres geplant und einer der m�glichen Verl�ufe geht im S�den von der Pazifikk�ste durch Mittelamerikas gr��ten Binnensee, den Nicaragua-See, weiter durch den Rio Escondido und endet in Bluefields. Ein Projekt der Chinesen - f�r mich gerade unvorstellbar.

Meine Vorstellung, dass hier alle Nase lang Schiffe auf die Corn Islands fahren, entspricht leider nicht ganz der Realit�t. Ein Frachtschiff f�hrt einmal die Woche und nimmt Passagiere mit. So sitze ich, wie auch die anderen Passagiere, am �bern�chsten Tag morgens um 9 Uhr mit Sack und Pack am Hafen und freue mich auf die angeblich 5-st�ndige �berfahrt, die um 10 Uhr starten soll. In Wirklichkeit wird es ein langer Tag des Wartens, denn der Frachter taucht erst um 16 Uhr auf. Die Auskunft des Frachterb�ros, dass es eine Stunde sp�ter weitergeht, passt nicht ganz; um 22 Uhr legen wir ab und starten mit gutem Seegang in die Nacht hinein. Es gibt, wie aus Holzpalletten zusammengeschusterte 3-st�ckige Hochbetten. Alles ist restlos �berf�llt mit Fracht und Passagieren. Ein Reisender �u�ert den gewagten Vergleich mit einem Fl�chtlingsschiff. Die Betten werden zu zweit und dritt geteilt. Der kleine Junge der Familie im Nachbarbett kommt immer wieder zu mir r�bergekrabbelt und erz�hlt mir seine ganze Familiengeschichte, wieviele V�ter und Gro�eltern er hat und und und � sehr beeindruckend ;-) Dann gibt er mir Miskito-Unterricht, denn neben Spanisch und Englisch (was hier an der Karibikk�ste fast alle sprechen) spricht er Miskito, die Sprache des Stammes, der urspr�nglich hier, bzw. im Norden Nicaraguas an der K�ste lebt.
Nach einer Nacht, teils ohne Licht, mit wilden Wellen und entsprechend viel Brecherei an Bord, mit Sturzregeng�ssen und der Frage ob wir �berhaupt ankommen werden, erreichen wir am Morgen Big Corn Island � puh, f�r den R�ckweg werde ich mir ggf. eine Alternative �berlegen.



Auf den Inseln lasse ich die Seele baumeln und steige Tage sp�ter, wider meines urspr�nglichen Vorhabens, in die kleine Propeller-Maschine zur�ck nach Managua um von dort gleich weiter Rtg. Westen nach Le�n zu gehen. Auf dieser Seite scheint das Land wie eine andere Welt. Im Gegensatz zur Karibikseite gibt es so gut wie keine schwarze Bev�lkerung, keinen teils sehr derben, harten Creolischen Einfluss. Die Vegetation ist nicht dschungelig sondern jetzt in der Trockenzeit recht braun und trocken.

Ich genie�e Le�n, das wundersch�nes Kolonialst�dtchen, wo man auf dem Dach der alten Kathedrale spazierengehen
und ganz anders als in Managua, sogar nach Einbruch der Dunkelheit noch durch die Stra�en schlendern kann.

Von hier aus geht es auf zum Vulkantrekking auf den aktiven Vulkan Telica. Sooo toll!!!
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir oben und schauen in den laut fauchenden Krater hinein und haben einen umwerfenden Ausblick auf umliegende Vulkane und bis zum Pazifik.
Das sind Reisemomente die so richtig, richtig gl�cklich machen!
Zur�ck runter sind wir dann im Dunkeln gelaufen und haben Unmengen Skorpione und zwei tolle gro�e Taranteln auf dem Weg gesehen.
Vorsichtshalber habe ich das Ende meiner Hosenbeine in die Socken gesteckt, falls eines der Viehcher auf die Idee kommen sollte in meine Hose zu kriechen - da bin ich doch immer noch ein Angsthase ;-)

Nach Stadt und Anstrengung warten die sch�nen Surfwellen am Pazifik in Las Penitas. Zwei/drei N�chte hatte ich geplant und lande dann im Haus einer so freundlichen Familie, direkt am Strand, dass ich f�r �ber eine Woche einfach h�ngenbleibe.

Hier lerne ich auch ein junges deutsch/amerikanisches Paar kennen, dass auf der Suche nach Nachhaltigkeitsprojekten um die Welt reist und diese Projekte dann 3 Partner-Schulklassen in �sterreich und den USA vorstellt, ihnen die M�glichkeit bietet Fragen zu stellen, die sie vor Ort in den Projekten weitergeben und beantworten lassen. Eine fantastische Idee um bei Kindern/Jugendlichen das Interesse zum Thema Nachhaltigkeit zu wecken. ==> www.forum-via.org

Auf der Suche nach einem noch urspr�nglicheren Gebiet an der K�ste Nicaraguas mache ich mich auf den Weg nach Norden. Die Busse werden immer einfacher, die Touristen immer weniger. In Chinandega warte ich in einem verruchten, quirlig schmuddeligen Marktgebiet der Stadt auf den Bus der mich an die K�ste nach Jiquilillo bringen soll. Ich warte und warte. Vor lauter Langeweile fr�hst�cke ich zum dritten Mal in den Markthallen � das Essen ist aber auch einfach zu g�nstig und es gibt so unz�hlig viele leckere Kleinigkeiten.
Als ich schlie�lich im Bus sitze wird dieser so extrem von weiteren Stra�enverk�ufern gekapert wie ich es w�hrend all meiner Reisen noch nie erlabt habe. Wow, es gibt alles zu kaufen was man brauchen und nicht brauchen k�nnte: Zahnb�rsten, Plastiksch�sseln und Siebe zum absoluten Sonderpreis, Wasser und Frescos (stark verd�nnter und gezuckerter frischer Fruchsaft), Limo in allen Farben, Ananas in Scheiben, Empanadas, Tortillas, verboten leckeren Milchkuchen, Kaugummis, Eis, Wassermelone, Papaya, �pfel, gr�ne Mangos mit Chilli und Zitronensaft (leecker! ), Rosquillas (eine Art Bl�tterteigkekse die man in scharzen Kaffee tunkt), Haarspangen, Planzentabletten die bei (fast) jeder Krankheit helfen und unendlich vieles mehr. Eine Verk�uferin h�lt mir einen verlockend duftenden Kuchen o.�. unter die Nase und meint den m�sse ich jawohl kaufen! Ja, ich glaube, dass er lecker ist, aber ich kann kein viertes Mal fr�hst�cken! Der kleine Junge legt mir das Paket �pfel, welches ich nicht kaufen m�chte, einfach auf den Scho�. Irgendwann gebe ich dann nach und die leckeren Quesadillas und ein Paket gesch�lte Orangen (die man zur Erfrischung einfach aussaugt) landen mal auf Vorrat in meiner Tasche.
So wird die Fahrt bei m�rderischer Hitze im rumpeligen restlos �berf�llten Bus mit bis zum Anschlag aufgedrehter Musik (u.a. von Modern Talking!) �ber steinige Staubpisten zum sehr unterhaltsamen Vergn�gen. Es ist soo anstrengen und ich liebe es soo sehr!

Der tolle breite Strand von Jiquilillo ist endlos lang und das dazugeh�rige Dorf winzig. W�rde man hier im Norden einfach �ber die riesige Bucht schwimmen, w�re man schon in El Salvador.
In der Unterkunft lerne ich Dave, einen �lteren Herren aus den USA kennen, der ein Projekt in der Stadt Matagalpa in den Bergen im Norden Nicaraguas unterst�tzt. Er hat bereits zum wiederholten Mal ausrangierte Rollst�hle und andere Hilfsmittel f�r behinderte Kinder gesammelt, in einem Container hergeschickt und nun wartet er auf die Ankunft eines Teams freiwilliger �rzte, Physiotherapeuten, Logop�den und Lehrer, die in Matagalpa Einheimische anlernen sollen. Dave bietet an, mir das Projekt vorzustellen und so finde ich mich wenige Tage sp�ter in Matagalpa wieder und verfolge voller Begeisterung die Arbeit des fantastischen Teams. Es werden neue Rollst�hle angepasst f�r die Kinder die aus den alten rausgewachsen sind und man sieht soviele strahlende Augen, dass mir zwischendurch die Tr�nen kommen. In der Schule die vorbildlich f�r k�rperlich behinderte Kinder gestaltet ist versichern mir alle einstimmig, dass die unbeliebteste Zeit des Jahres die Ferien sind! So wunderbar.

Da ich nun schonmal so weit im Norden bin, mache ich mich von hieraus auf den Weg nach Somoto, direkt an der Grenze zu Honduras. Hier gibt es einen sehr sch�nen Canyon der erst vor wenigen Jahren f�r den Tourismus entdeckt wurde. So kann man dieses spezielle St�ck Natur noch entsprechend unber�hrt geniessen � wirklich ganz toll!

Nun bin ich schon 11/2 Monate in Nicaragua. Trotzdem das Land nicht sonderlich gro� ist, gibt es hier doch so unendlich viel Interessantes zu sehen. Je weiter ich gehe, desto mehr interessante Ecken tun sich auf und ich mag mich so garnicht vom Land trennen.
Dennoch wird es nun Zeit richtung S�den zu reisen.

So sitze ich am n�chsten Tag im Bus nach Masaya, DIE Kunsthandwerk-Stadt von Nicaragua, besonders bekannt f�r ihre wundersch�nen H�ngematten. Auf dem Kunsthandwerker-Markt begegne ich zum ersten Mal den Touristenmassen aus den USA, bei denen besonders der S�den des Landes f�r einen kurzen Urlaub beliebt ist. Sie werden in ganzen Busladungen zu diesem Markt gekarrt, inklusive landestypischem Essen und der Vorf�hrung einer traditionellen Musik- und Tanzgruppe. Ich mache mich schnell wieder aus dem Staub.
Am Abend sitze ich in einem Restaurant und teile mein viel zu gro�es Abendessen mit Elisier, einem Schuhputzer-Stra�enjungen, der bis zum Anschlag nach Klebstoffschn�ffel riecht, dementsprechend zittert und nicht ganz so klar ist. Was f�r ein Elend! Nun habe ich einen Freund hier in der kleinen Stadt Masaya, denn er taucht st�ndig wieder irgendwo auf und h�ngt mir am Rockzipfel. Habe ihm gesagt wenn er ordentlich zur Schule geht und flei�ig lernt, dann kann er Fremdenf�hrer f�r die Stadt werden, die er kennt wie seine Westentasche und das ist doch tausend mal besser als Schuhputzer - fand er irgendwie auch. Am n�chsten Tag hat er den ganzen Vormittag vor dem Hostal gehockt und auf mich gewartet. Ich war fr�h zu einem kleinen Dorf in den Bergen oberhalb einer Kraterlagune unterwegs und als ich zur�ckkam hockte er da und hat gestrahlt und schon wieder nach Klebstoffschn�ffel gerochen. So ein Mist, damit macht er sich alles kaputt! Habe mich dann noch eine Weile zu ihm und der alten Frau die auf der Stra�e Orangen verkauft, gehockt und versucht ihm zu erkl�ren, dass er alles verliert wenn er weiter schn�ffelt und so niemals Fremdenf�hrer werden kann! �Ja ja�, hat er sich wahrscheinlich gedacht... das sind echte Sorgen, ich kann's euch sagen! Was haben es die meisten Kinder in Deutschland doch gottseidank gut!

Ich verabschiede mich und fahre weiter zur Kraterlagune Apoyo. Auch hier bleibe ich nochmals etwas l�nger als geplant h�ngen, weil es einfach zu sch�n ist. Ein Kratersee mit etwas schwefeligem, perfekt temperiertem Wasser um ganz fr�h am Morgen im Sonnenaufgang schwimmen zu gehen, Kajak zu fahren und haufenweise Br�llaffen zu beobachten die wahlweise wild durch die B�ume toben oder, nachdem sie ordentlich gespeist haben, tr�ge vor sich hind�sen.
Etwas grauselig ist es wenn gelegentlich eine Schlange aus den Bastd�chern herabf�llt oder Skorpione durch die Zimmer laufen � aber auch damit lernt man sich irgendwie zu arrangieren.

Nach einem Zwischenstop in der in Nicaragua wohl am meisten von Touristen frequentierten Kolonialstadt: Granada, geht es mit dem Boot �ber den riiieeesigen Nicaraguasee auf die Insel Ometepe, eine Insel die aus zwei Vulkanen besteht � sehr speziell. Der See ist so unglaublich gro�, dass man am Horizont kein Land sieht. Die Wellen sind so hoch, dass man garnicht glauben kann, dass es sich hier um einen See handelt! Erst wenn man das Wasser probiert und merkt, dass es nicht salzig schmeckt, glaubt man es.
Hier jagt ein Sturzregenschauer den n�chsten und es st�rmt an der Ostk�ste, wo ich mir eine Bleibe gesucht habe, so sehr, dass man es teils drau�en kaum aush�lt. Dennoch schaffe ich es eine Sch�nwetter-Phase zu nutzen um eine Kanutour in die wundersch�ne Lagune zu machen die die Insel i.d. Mitte nahezu teilt. In der Lagune wimmelt es von Krokodilen � schaurig sch�n! Wir kommen ihnen so nahe, dass ich zwischendurch schon Angst bekomme, dass ein Krokodil aufs Kajak springen und meine F��e als zweites Fr�hst�ck verspeisen k�nnte�. brrrr.

Dann ist es endg�ltig Zeit Abschied zu nehmen von Nicaragua, diesem vielf�ltigen Land mit den sch�nen Karibikinseln, den tollen Surfwellen am Pazifik, malerischen Kolonialst�dten, dem fantastischen Somoto-Canyon im Norden, von brodelnden, fauchenden Vulkanen, wundervollen riesigen Mangrovengebieten mit Krokodilen und Papageien, Nebelw�ldern, Kaffee- und Kakaoplantagen im Hochland, beeindruckenden Seen, Kraterlagunen und seinen noch so urspr�nglichen Gegenden.


Costa Rica oder einfach nur Tica

Da bin ich nun kurz darauf: in Costa Rica oder einfach nur Tica, wie die Einheimischen sagen. Hier gibt es weiterhin Reis gemischt mit Bohnen, aber es hei�t nicht mehr Gallo Pinto, sondern nur noch Pinto. Die Busse sind erstklassig und (in Nicaragua v�llig undenkbar), man steht sauberst in einer geraden Warteschlange um einzusteigen. Touristen, in erster Linie aus den USA, noch und n�cher. Manche sagen eigentlich sei Costa Rica schon ein Teil der USA. So gibt es auch Burger- und andere Fastfoodl�den ohne Ende. Und teuer ist es, richtig teuer.
Somit ist mein Plan nicht mehr als zwei Wochen im Land zu bleiben.

Die beste Zeit verbringe ich im S�den auf der Osa-Halbinsel und dem dort gelegenen Corcovado Nationalpark � wow, was f�r ein Naturparadies! Eine unglaubliche Tierwelt der ich hier so sehr nahe kommen darf. Einige Tage wandere ich durch den Dschungel, der so voll von kleinen gr�nen und riesigen roten Papageien und Affen aller Sorten ist, dass man die Anblicke so richtig in sich aufsaugen kann. Und wie elegant die riesig gro�en roten Papageien immer zu Zweit �ber die Baumkronen des Dschungels fliegen � da kommen einem die Tr�nen wenn man daran denkt wieviele von ihnen irgendwo mit gestutzten Fl�geln als Maskottchen gehalten werden. Mit von der Partie sind nat�rlich auch viele Spinnen und giftige Schlangen, von denen schon eine zum Sterben reicht. Gut zu begreifen, dass man nicht zu ihrem potenziellen Futter geh�rt, sondern sie nur ihren Frieden vor den Menschen haben wollen.
So ist es auch wieder angenehm nach diesen Tagen sauber geduscht mit Blick auf die vom Dschungel umgebene wundersch�ne Bucht von Drake in einem richtigen Zimmer schlafen zu k�nnen. Von hier aus geht es mit dem Boot weiter durch ausladende Mangroven-Gebiete ins Inland und zur�ck in die Hauptstadt San Jos�, wo ich einen Freund vom Flughafen abhole um zwei Wochen gemeinsam nach Panama zu reisen.


Oh wie sch�n ist Panama!

Egal wie sch�n Panama ist, ohne diese �berschrift geht es, glaube ich, nicht ;-)

Unser erstes Ziel gleich nach der Grenze sind die Inseln Bocas del Toro in der Karibik. Sie sind sch�n, aber nicht ganz so malerisch wie ich sie mir vorgestellt habe. Um nicht im Touristen-Trubel der Hauptinsel Bocas h�ngenzubleiben, gehen wir gleich mit dem Sammeltaxi-Boot (das hier �bliche �ffentliche Verkehrsmittel) weiter auf die Inseln Bastimentos mit ihren wilden Str�nden und ohne Stra�en und Fahrzeuge. Im kleinen Dorf scheinen die Menschen nach und nach im M�ll zu versinken � unglaublich! Unter den einfachen Holzh�usern auf Stelzen sammelt sich der Plastikm�ll, alte vergammelte K�hlschr�nke und was es sonst noch so gibt. Dazwischen spielen die unz�hligen Kinder, Hunde und Katzen. Wenn hier nicht bald etwas geschieht zerst�ren sie ein Paradies.

Was bereits seit kurz vor der Grenze und auch besonders hier au�erordentlich auff�llt sind die vielen Chinesen, die so gut wie alle Superm�rkte in ihrer Hand haben.
Leider gibt es w�hrend der Tage die wir auf Bastimentos verbringen einen traurigen Vorfall: Ein Chinese und sein Sohn wollen von der Hauptinsel Bocas neue Ware r�ber nach Bastimentos bringen. Lt. Aussage der Einheimischen haben sie, trotz Warnung, ihr kleines Boot mindestens dreifach �berladen und sind bei Wind und st�rkerem Seegang, der dieser Tage herrschte, mit einer Welle die ins Boot schlug gesunken und beide ertrunken, da sie nicht schwimmen konnten. Nun bleibt ein Teil der Superm�rkte auf der Insel geschlossen und egal wo man geht und steht ist der Vorfall das Gespr�chstthema Nr. 1.

Schlie�lich bestaunen wir noch die fast unwirklich erscheinenden riiieeesigen Schiffe wie sie durch den Panama-Kanal gleiten und durch die, wie es scheint, auf den Millimeter passenden Schleusen gezogen werden. Ich kann mir garnicht vorstellen, dass das in Nicaragua alles noch gr��er werden soll � unglaublich!

Weiter auf dem Programm steht der leider etwas entt�uschende Karneval in Panama City - man ist aber auch verw�hnt wenn man i.d. Umgebung von K�ln aufgewachsen ist ;-)

Kurz darauf finden wir uns in einer anderen Welt wieder:


San Blas - 365 Inseln



Die 365 San Blas Inseln in der Karibik zwischen Panama und Kolumbien liegen praktisch auf dem Weg wenn man das Darien Gap (die einzige Unterbrechung der Panamericana die von Kanada bis nach Feuerland f�hrt) auf dem Wasserweg umgeht.

10 Tage reise ich durch die Inselgruppe - ohne Kontakt zur Aussenwelt, ohne Bad, ohne Suesswasser, groesstenteils ohne Strom mit Uebernachtungen in der Haengematte unter freiem Himmel. 365 fast unwirklich scheinende malerische, teils winzigen Karibikinseln. Eine handvoll Palmen, ringsrum weisse Sandstraende (als haette man sich in eine der kitschigen Postkarten gesetzt) schoenste Korallenriffe, Hummer den man sich eben mal zum Abendessen aus dem Meer fischen konnte (bis ich irgendwann dachte: Och, schon wiieeder Hummer!?) und Kokosnuessen ohne Ende und den sehr traditionell lebenden Kuna Yala, denen dieses (semiautonome) Gebiet geh�rt. Sooviele Tiere habe ich gesehen: riesige Manta Rochen, Haie, Pulpos, Seesterne ohne Ende und an einem Tag wurde unser Boot ganz lange von einer riesigen Truppe Delfine begleitet - traumhaft schoen!


Zur�ck in Kolumbien

Nach all diesen Monaten sitze ich nun mit Pullover und Schal im auf angenehme, gef�hlte 2 Grad heruntergek�hlten Bus von Medellin nach Bogota und genie�e meine hei�geliebte, an mir vorbeiziehende Andenlandschaft. So m�chtig, so endlos riieesig sind sie, die Berge, so sattgr�n � zum reinbei�en! Und die Wolken sind nicht immer nur �ber uns, sondern auch unter uns  Ein Genuss - so k�nnte ich ewig fahren. Gottseidank ist Kolumbien riesig und so bedeutet dieses kleine St�ck auf der Landkarte, 13 Stunden im Bus.

Sch�n waren sie, die letzten Tage in der big City Medellin. Nach der entsetzlichen Schreckensherrschaft durch Pablo Escobar, ist die Stadt inzwischen eine der sichersten und best entwickelsten Kolumbiens. Die einzige Stadt Kolumbiens mit einer Metro. Die macht die Wege von A nach B zum Vergn�gen. So sauber, so freundlich. Als ich am Busterminal ankomme und mir das Ticket f�r die Metro zum Hostal kaufe, fragt mich der Ticketverk�ufer, trotz langer Warteschlange am Schalter, ob ich denn auch w�sste wo ich umsteigen muss!? Strahlend erkl�rt er mir die Strecke und nennt mir den Ticketpreis � halt stop, er weiss die Zahl auch in Englisch  Gute Fahrt w�nscht er mir und dann ist der n�chste Kunde an der Reihe. Bienvenido � Willkommen in Kolumbien! Die Paisas, wie sich die Einwohner Medellins nennen, sind so stolz auf ihre Stadt, dass sie sich f�r etwas Besonderes halten.
F�r mich ist es ein guter Zwischenstopp und mich nach �ber 3 Monaten mit fast ausschliesslich Barfuss-, Shorts- und T-shirt-Wetter so langsam Rtg. K�lte in Bogota und schlie�lich Deutschland zu aklimatisieren.
Dort werde ich in wenigen Tagen wieder landen und dann wartet schon das n�chste spannende Kapitel:
Italien.



[ kommentieren ] ( 50 mal gelesen. )   |  Permanentlink  |   ( 3 / 4427 )

| 1 | 2 | 3 | Weiter> >>